Warum sich Rechtshand-Tipps nicht einfach spiegeln lassen
· NALG Germany e.V.

„Mach einfach alles seitenverkehrt" — diesen Satz hat jede linkshändige Golferin und jeder linkshändige Golfer schon gehört. Er klingt logisch. Und er ist der Grund für viele hartnäckige Schwungfehler.
Das Problem mit dem Spiegel
Golftechnik ist keine Geometrie, sondern Bewegungsgefühl. Beim Spiegeln eines Rechtshand-Tipps stimmen zwar die Winkel, aber drei Dinge stimmen nicht mit:
- Der Stand: Gewichtsverlagerung und Druckaufbau folgen der führenden Körperseite — die ist bei dir anders trainiert als beim rechtshändigen Vorbild.
- Die Blickführung: Viele Übungen arbeiten mit Referenzpunkten („schau über die linke Schulter zum Ziel"). Wörtlich gespiegelt zeigen sie plötzlich vom Ziel weg.
- Das Bewegungsgefühl: Deine dominante Hand übernimmt im Schwung eine andere Rolle. Ein Tipp, der die „starke Hand ruhig halten" soll, meint bei dir womöglich genau die falsche.
Typische Übersetzungsfehler beim Coaching
Auch gut gemeinter Unterricht produziert Fehler, wenn die Trainerin oder der Trainer selten mit Linkshändern arbeitet: Demonstrationen von vorne wirken wie ein Spiegel, sind aber keiner. Videoanalysen vergleichen dich mit rechtshändigen Referenzschwüngen. Und Korrekturen werden in Links-rechts-Sprache formuliert statt in Ziel-und-Körper-Sprache („zielseitige Schulter" statt „linke Schulter").
Was wirklich hilft
- Bitte deine Trainerin oder deinen Trainer, Richtungen zielbezogen zu formulieren.
- Such den Austausch mit anderen Linksspielern — vieles, was du mühsam übersetzt, hat jemand anderes längst gelöst.
- Nutze Video von dir selbst als Referenz, nicht fremde Vorbilder.
Genau für diesen Austausch gibt es den NALG: Erfahrung aus echter Linkshand-Praxis statt gespiegelter Theorie. Bei Fragen: office@nalg-germany.org.
